Cooperative Joint Venture - Moderne Strategien zum Markteintritt in China

Das Cooperative Joint Venture (auch Contractual Joint Venture genannt) ist dem Equity Joint Venture relativ ähnlich. Unterschiede existieren vor allem in zwei Bereichen: der offeneren vertraglichen Gestaltungsmöglichkeiten beim Cooperative Joint Venture und den möglichen Gesellschaftsformen des gemeinsamen Unternehmens.

Unterschiede Equity und Cooperative Joint Venture

Im Gegensatz zu einem Equity Joint Venture, bei dem die Gewinnanteile immer im gleichen Verhälnis zum investierten Kapital ausgezahlt werden, besteht bei einem Cooperative Joint Venture die Möglichkeit, sowohl die Gewinnanteile, als auch Stimmrechte und die Risikoverteilung frei vertraglich festzulegen.

Diese Tatsache macht das Cooperative Joint Venture zu einem sehr flexiblem Instrument der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen ausländischen und chinesischen Parntern. Andererseits führt es aber auch dazu, dass die Vertragsverhandlungen wesentlich komplizierter und zeitaufwendiger sind, da mehr Details beachtet werden müssen.

Aus dem gleichen Grund ist bei einem Cooperative Joint Venture auch die Gefahr größer, dass die Vertragsverhandlungen letztlich scheitern, weil nicht in allen Details Einigkeit zwischen dem ausländischen und dem chinesischen Partner erziehlt werden konnte.

Weiterhin muss das Cooperative Joint Venture nicht zwangsläufig eine eigenständige juristische Person sein. Die Partner können sich dafür entscheiden, jeweils mit einem vertraglich festgelegten Anteil an dem Cooperative Joint Venture persönlich zu haften. Hierdurch können Kosten in der Grundungsphase vermindern werden und unter Umständen steuerliche Vorteile erziehlt werden. Gleichzeitig steigt aber auch das Risiko der direkt haftenden Partner. Daher wird in den meisten Fällen die Gründung einer gemeinsamen GmbH bevorzugt.

Vorteile und Risiken den Cooperative Joint Venture

Im Gegensatz zu einem Equity Joint Venture existiert bei einem Cooperative Joint Venture keine gesetzliche Mindestbeteiligung für den ausländischen Partner. Beteiligungen von weniger als 25% sind in Falle des Cooperative Joint Venture also möglich. Außerdem ist es für die beteiligten Partner möglich, auch solche Werte als Kapital einzubringen, die im Falle des Equity Joint Venture nicht erlaubt sind, also Arbeit oder Dienstleistungen.

Durch die größere vertragliche Gestaltungsfreiheit ist es den beteiligten Partnern außerdem möglich, die Gewinnverteilung und die Besetzung des Vorstandes individuell auszuhandeln. Hierbei kann stärker auf partikulare Bedürfnisse der beteiligten Unternehmen eingegangen werden, also zum Beispiel der Wunsch von Seiten des ausländischen Partners, durch eine überproportionale Präsens im Vorstand eine bessere Kontrolle über die Vorgänge im Cooperative Joint Venture zu erhalten.

Durch die Möglichkeit, auch während der Laufzeit des Cooperative Joint Venture Kapital aus dem gemeinsamen Unternehmen abzuziehen, können Anschubfinanzierungen von Seiten eines der Partner oder Werte von eingebrachtem Know-How auch während der Laufzeit ausgeglichen werden. Außerdem ermöglicht die Flexibilität des Cooperative Joint Venture, dass der Vertrag während der Laufzeit an sich ändernde Umstände oder Marktsituationen angepasst wird, ohne dass der Vertrag zunächst aufgehoben werden müsste.

Die Tatsache, dass in einem Cooperative Joint Venture viele Details durch die Partner vertraglich geregelt werden müssen, hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Durch die detailierten Regelungen erhält vor allem der ausländische Partner eine erhöhte Rechtssicherheit, da alle Joint-Venture-Verträge vor ihrem in Kraft treten durch die chinesischen Behörden kontrolliert und abgesegnet werden müssen. Anstelle vieler verschiedener Gesetze bestimmt nun ein übersichtlicher Vertrag die Grundlage der gemeinsamen Zusammenarbeit. Regelwidriges Verhalten ist wird dadurch einfacher festellbar, aber auch einfacher beweisbar.

Andererseits erfordert ein detaillierter Vertrag auch, dass um viele Details einzeln verhandelt werden muss. Um die Gespräche zu einem Abschluss zu bringen bedarf es also unter Umständen wesentlich mehr Zeit und aufwandt. Ebenso ist die Gefahr eines scheiterns der Verhandlungen an Detailfragen eher möglich.

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