Wirtschaftsbeziehungen Europäische Union und China

Die Europäische Union und China sind heute zwei der größten Märkte für Güter und Dienstleistungen in der Welt. Seit dem Jahr 1978 hat sich der Handel zwischen der EU und China mehr als verdreißigfacht. Im Jahre 2004 erreichten die zwischen der Europäischen Union un China gehandelten Güter einen Wert von 175.000.000.000 €.

Für China stellt die Europäische Union heute den wichtigsten Zielmarkt für den Export chinesischer Waren dar, zusammen mit Nordamerika. Und auch China hat für den Außenhandel der Europäischen Union inzwischen eine große Bedeutung. China war im Jahr 2004 der zweitwichtigste Handelspartner für Europa.

Geschichte der Wirtschaftbeziehungen zwischen der EU und China

Erste wirtschaftliche Kontakte zwischen Europa und China gab es wahrscheinlich schon vor Jahrtausenden. Über verschlungene Wege gelangten Waren über Stationen entlang der Seidenstraße und Arabien bis zum Handelspartner. Mit der Ankunft europäischer Seefahrer in China begann ein für Europa eher unrühmliches Kapitel in den Handelsbeziehungen beider Regionen. Europa verschaffte sich gewaltsam Zutritt zum chinesischen Markt und zwang China dazu, den Verkauf harter Drogen durch die Europäer zuzulassen.

Mit Beginn der Herrschaft der CCP in China nahmen die Handelsbeziehungen zwischen China und Europa stark ab. Nach dieser starken Abnahme erhöhte sich das Niveau des gegenseitigen Warenaustauschs nur langsam wieder. Oft ware es China, dass Waren importiere, die es nicht selbst herstellen konnte.

Noch zu Beginn der 1980er Jahre erziehlte die Europäische Union daher einen Handelsüberschuss im Warenaustausch mit China. Dieser Außenhandelsüberschuss hat sich in den vergangen 25 Jahren allerdings in eine Außenhandelsdefizit für die Europäische Union umgekehrt. Im Jahre 2004 betrug das Defizit der Europäischen Union im Handel mit China rund 78,5 Milliarden Euro.

Gegenwart und Zukunft der sino-europäischen Wirtschaftbeziehungen

Mit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) im Dezember 2001 fielen zahlreiche Handelsbarrieren auf beiden Seiten. Seitdem werden Schritt für Schritt Handelshemmnisse abgebaut und der Zutritt zu den gegenseitigen Märkten vereinfacht oder ermöglicht.

China hat die Öffnung verschiedener Schlüsselmärkte zugesagt, unter anderem des Telekommunikationsmarktes und des Versicherungsmarktes. Zusätzlich fordert der WTO-Beitritt von China interne Reformen, was die Verwaltung und das Rechtssystem betrifft. Der chinesische Markt ist seitdem offener und durchschaubarer geworden.

Jedoch gibt es auch heute noch Märkte, in denen Verbesserungsbedarf besteht. So werden Gesetze zum Schutz des Urheberrechts in China oft nicht durchgesetzt, und zahlreiche Märkte sind nach wie vor für ausländische Investoren weitgehend verschlossen oder nur schwer zugänglich. Hierzu zählen unter anderem der Bausektor, Postdienstleistungen und der Bankensektor.

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Quelle: Europäische Kommission, u.a.