Ausländer sind die Könige in China

Viele fühlen und benehmen sich leider wirklich so. Und oft verhalten sich Chinesen auch weiterhin sehr zurückhaltend gegenüber Ausländern. Dies hat vor allem mit der jüngeren Geschichte der Ausländer in China in den vergangenen 20 Jahren zu tun, aber auch mit der Zeit vor Gründung der Volksrepublik China.

Ausländische Experten

In den vergangenen 20 Jahren, seit etwa Mitte der 80er Jahre, spielten ausländische Investoren und Mitarbeiter von Unternehemen eine entscheidende Rolle beim wirtschaftlichen Aufbau Chinas. Mitte der 80er Jahre wurden die ersten "Ausländischen Experten" nach China eingeladen und von der Regierung Chinas besonders zuvorkommend (allerings trotzdem bürokratisch) behandelt.

Denn die Ausländischen Experten spielen eine entscheidende Rolle für die frühe wirtschftliche Entwicklung von China. Die Chinesen mussten in dieser Zeit viele Grundlagen lernen, sowohl über Betriebsführung aber auch über die effiziente Fertigung grundlegender Wirtschaftgüter. Dieses Wissen musste zunächst erlernt werden und es mussten in China Millionen von Menschen neu ausgebildet werden, oft in einfachsten Grundlagen. Aus dieser Zeit genießen die Ausländer in China weiterhin ein hohes Ansehen, da sie als Wissensträger gelten, die wichtig für die Zukunft Chinas sind.

Heutzutage trifft dies in der Praxis jedoch immer weniger zu, denn inzwischen gibt es auch in China ein Vielzahl gut und sehr gut ausgebildeter Menschen, die ihr Wissen im eigenen Land weitergeben und anwenden können. Heute befinden sich zwar weiterhin viele Ausländer zur technischen Unterstützung in China, die meisten jedoch arbeiten an konkreten Projekten deutscher oder westlicher Firmen in China und bleiben nur für begrenzte Zeit vor Ort.

Ausländische Invasoren

Vor der Gründung der Volksrepublik China waren westliche Ausländer in China allesamt Invasoren. China war von zahlreichen europäischen Ländern über Jahrzehnte immer wieder militärisch überfallen worden, und die Chinesen kannten Ausländer vor allem als Menschen, die sich als "Herrenmenschen" aufspielten und Chinesen als Menschen zweiter Klasse diskriminierten.

Alle chinesischen Widerstandsbewegungen gegen die aggressiven Ausländer waren von diesen auf oft extrem blutige Weise niedergeschlagen worden, und hatten weitere Repressalien für die Menschen in China nach sich gezogen. Letztendlich wurde sogar das jahrtausende alte Regierungssystem von den Ausländern zerstört und eine "Republik" installiert, mit einer durch Europa eingesetzen Marionetten-Regierung. Bald bildeten sich auch gegen diese zahlreiche chinesische Widerstandsgruppen und es begann der chinesische Bürgerkrieg, in dem Millionen von Menschen ihr Leben verloren und der geradewegs zu einem der schrecklichsten Terrorregime führte, das die Menschheit je gesehen hat.

Diesem Terrorregime gelang es jedoch, China endlich wieder frei von ausländischem Einfluss und ausländischem Interventionismus zu machen.

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