Seide aus China

Traditionelle Herstellung von Seide in ChinaIn China ist Seide seit rund 5000 Jahren bekannt und wird für die Herstellung von Kleidung genutzt, und auch heute noch ist Seide einer der bekanntesten und beliebtesten Kleidungsstoffe. Seide ist ein natürlich hergestellter Stoff, und sogar der einzige Textilstoff, der aus natürlich vorkommenden langen Fäden besteht. Der Seidenfaden wird durch die Raupe eines Schmetterlings, dem Seidenspinner, produziert. Diese benutzt die produzierte Seide um sich einen Kokon für die Verpuppung zum Schmetterling zu bauen.

Der Kokon wird abgewickelt um die Seide dann zur Produktion von Seidenstoffen zu nutzen. Dabei wird zwischen zwei Arten von Seiden unterschieden, der so genannten Maulbeerseide und der Wildseide.

Die Maulbeerseide wird aus den Kokons von gezüchteten Seidenraupen gewonnen. Zur Aufzucht der Seidenraupen werden dabei Maulbeerbäume als Nahrung für die Seidenraupen eingesetzt, daher der Name Maulbeerseide für diese Art der Seide. Maulbeerseide ist die glatte und schimmernd glänzende Art der Seide, die auch am bekanntesten und meisten verbreitet ist für die Seidenproduktion.

Die Wildseide wurde ursprünglich aus bereits verlassenen Seidenkokons gewonnen, die durch Kokon-Sammler zusammengetragen wurden. Beim Verlassen seines Seidenkokons schneidet der Seidenspinner-Schmetterling jedoch ein Loch in den Seidenkokon. Dadurch sind die Seidenfäden bei der Wildseide wesentlich kürzer und unregelmäßiger. Die Oberfläche von Seidenstoffen aus Wildseide ist daher nicht glatt sondern uneben, mit Erhebungen und kleinen Knoten.

Herstellung von Seide

Der Mensch nutzt seit Jahrtausenden den Seidenkokon um Seide zu gewinnen und züchtet bereits seit einigen tausend Jahren die Seidenraupe, um ihre Seide zu nutzen.

Kämmen des SeidenfadensUm Seide herzustellen, werden die Kokons der Seidenraupe eingesammelt und aufgekocht. Dadurch wird die im Kokon enthaltene Raupe abgetötet, und die Seide kann einfacher von Hand abgewickelt werden. Durch das Abwickeln der Seide erhält man aus einem Kokon einen einzigen langen Seidenfaden, der oft mehrere hundert Meter lang ist. Der Seidenfaden wird anschließend gewaschen, aufgewickelt und zum Weben von Seidenstoffen weiterverarbeitet.

Auch heute noch ist die Gewinnung von Seide zu einem großen Teil Handarbeit und relativ aufwändig. Daher ist Seide oft nicht billig, oder es wird echte Seide mit anderen Textilstoffen gemischt, um den Anteil an reiner Seide in einem Kleidungsstück zu veringern. Dadurch kann der Stoff dann günstiger verkauft werden.

Geschichte der Seide

Seide wurde ursprünglich in China entdeckt und auch für lange Zeit ausschließlich in China genutzt. Die Kontakte zwischen China und Europa waren vor einigen tausend Jahren nicht sehr häufig, da der Landweg durch Asien und den Mittleren Osten lang und gefährlich war. Seide war aber eines der Produkte, die den Kontakt zwischen den beiden Regionen China und Europa stark gefördert haben. Der Landweg zwischen Europa und China ist bis heute als Seidenstraße bekannt, da Seide eines der wichtigsten Wirtschaftsgüter im Handel zwischen Europa und China war.

In China war die Seide bereits seit einigen Jahrtausenden vor der Zeitrechnung bekannt, jedoch kann niemand genau sagen, wann die Produktion von Seidenstoffen erfunden wurde. Daher gibt es um die Geschichte der Entdeckung der Seide viele Gerüchte und Legenden. Die Legenden schreiben die Entdeckung der Seidenstoffe damaligen Kaisern oder Königen zu. So soll eine Frau des Kaisers Huang Di dem Volk die Seidenherstellung beigebracht haben. Es ist jdoch wahrscheinlicher, dass die Seide eher zufällig beim Umgang mit leeren Seidenkokons entdeckt wurde, und der Umgang mit Seide über viele Jahr hin entwickelt und perfektioniert wurde.

Da die Seide sehr wichtig für die chinesische Wirtschaft der damaligen Zeit war, wurde das Wissen über ihre Herstellung besonders geschützt. Es war zu allen Zeiten streng verboten, Seitenraupen oder das Wissen um die Aufzucht des Seidenspinners außer Landes zu bringen. Erst vor rund 1500 Jahren gelang es einigen Mönchen, auf der Rückreise nach Arabien einige Schmetterlingseier ins Ausland zu schmuggeln. Die Mönche hatten zuvor mehrere Jahre in China gelebt und hatten dort auch viel Wissen sammeln können über die Aufzucht des Seidenspinners und die Seidenproduktion.

Die Schmetterlingseier wurden zum Kaiserhaus von Byzanz gebracht, wo die Seidenspinner aufgezogen und weiter gezüchtet wurden. Diese geschmuggelten Seidenspinner-Eier legten den Grundstein für die Verbreitung der Seidenindustrie und der Seidenherstellung in Europa und dem Mittleren Osten. In Europa vorkommende Seidenspinner stammen in der Regel von den damals aus China nach Byzanz gebrachten Seidenspinnern ab.

Traditionelle chinesische Jacke aus SeideAllerdings wurde das Geheimnis der Seidenproduktion auch im byzantinischen Reich streng geschützt, daher dauerte es noch weitere Jahrhunderte, bis die Seidenherstellung sich auch in anderen Teilen Europas verbreiten konnte. Besonders im europäischen Adel war Seide als luxuriöser Stoff für Kleidung und Schuhe sehr gefragt. Seidenraupen wurde besonders in Südeuropa gezüchtet, und in ganz Europa entstanden Seidenwebereien, die teure Seidenstoffe herstellten.

Heute ist die Seidenproduktion wieder weitgehend nach Asien zurückgekehrt, und die heute in Deutschland erhältlichen Seidenstoffe kommen oft aus China oder anderen asiatischen Ländern.

Seide aus China

In China hat Seide und Seidenstoffe eine lange Tradition, die bis in die vorgeschichtliche Zeit zurückreicht. Die Anfänge der Seide in China sind weitgehend unbekannt, da zur damaligen Zeit vor rund 5000 Jahren keine Aufzeichnungen mehr vorhanden sind. Die Entstehung der Seide in China wird von Legenden umrankt und besonders dem Kaiserhaus zugeschrieben. In den vergangenen Jahrtausenden hat sich die Herstellung und Verarbeitung von Seide in China jedoch immer weiter entwickelt und verfeinert.