Unterschiede zwischen Chinesisch und Deutsch

Menschen aus dem Westen kommt die chinesische Sprache oft deshalb so schwierig vor, da es so viele grundlegende Unterschiede gibt. Wenn sie darüber nachdenken, Chinesisch zu lernen, haben wir für Sie einige dieser Unterschiede übersichtlich aufbereitet.

Die chinesische Schrift

Der größte Unterschied zwischen den westlichen Sprachen und dem Chinesischen ist natürlich allen bekannt, nämlich die chinesische Schrift. Und die Schrift in China ist wohl für die meisten Menschen im Westen ein Hauptgrund, gar nicht erst zu versuchen, Chinesisch zu lernen. Denn die chinesische Schrift erscheint beim ersten Hinsehen im Grunde "unlernbar" zu sein.

Und wenn man beginnt, Chinesisch zu lernen, dann nimmt diese Überzeugung zunächst eher zu und nicht ab, denn es dauert schon eine Weile, bis man ein Gefühl für die merkwürdigen Schriftzeichen bekommt, mit denen die Chinesen ihre Wörter aufschreiben.

Um dem Ganzen ein wenig den Schrecken zu nehmen muss man allerdings sagen, dass es durchaus nur eine begrenzte Anzahl an chinesischen Schriftzeichen gibt, und jedes Schriftzeichen aus sich wiederholenden Grundzeichen besteht. Wenn man erst einmal die wichtigsten Grundzeichen beherrscht, dann fällt auch das Erlernen neuer chinesischer Schriftzeichen zunehmend leichter.

Aussprache im Chinesischen: Die Töne

Die Aussprache des Hochchinesich (Putonghua) ist für einen Westler recht gewöhnungsbedürftig. Besonders die große Zahl an Zischlauten ist teilweise schwer auseinanderzuhalten. Diese werden in der westlichen Umschrift des Chinesischen unter Anderem mit den Buchstaben sh, zh, ch, x, q ausgedrückt. Alle diese Buchstaben werden sehr ähnlich ausgesprochen.

Allerdings ist der wohl schwierigste Teil der gesprochenen chinesischen Sprache für einen Menschen aus dem Westen die Unterscheidung der vier Töne. Chinesisch ist eine so genannte tonale Sprache. Das bedeutet, dass der Verlauf der Tonhöhe eines gesprochenen Wortes (ansteigend, abfallen, gleichbleibend, etc.), eine Auswirkung auf die Bedeutung des Wortes hat!

In westlichen Sprachen benutzen wir den Verlauf der Tonhöhe ausschließlich, um zum Beispiel einen Fragesatz (ansteigender Ton) oder die Befehlsform (schnell abfallender Ton) auszudrücken. Es gibt jedoch keine Bedeutungsunterschiede. Ein Haus bleibt immer ein Haus, egal wie der Verlauf der Tonhöhe ist, wenn man das Wort ausspricht.

In der chinesischen Sprache jedoch ändert sich die Bedeutung eines Wortes komplett, je nachdem wie der Verlauf der Tonhöhe ist. Während das chinesische Wort "wen" mit einem abfallenden Ton gesprochen auf Deutsch "Frage" heißt, bedeutet es mit einem tiefen Ton gesprochen "Kuss". Wenn Sie in China also einen Fremden ansprechen um sich nach dem Weg zu erkundigen, und Sie zu ihm sagen "Darf ich Ihnen eine Frage stellen?", dann ist der Ton sehr wichtig. Denn mit einem falschen Ton würden Sie ihn sonst fragen, ob Sie ihn küssen dürfen.

Zähleinheitswörter

Die chinesische Sprache kennt keine Artikel (der, die, das) dafür gibt es jedoch so genannte Zähleinheitswörter. Zähleinheitswörter gibt es in der deutschen Sprache zwar nicht, manchmal jedoch benutzen auch wir Wörter, die die Funktion der Zähleinheitswörter nachbilden.

Um "ein Mensch" zu sagen, sagt man im Chinesischen zum Beispiel yi ge ren, wobei yi "eins" bedeutet und ren bedeutet "Mensch". ge ist das Zähleinheitswort für Mensch. Möchte man sgen "ein Buch", so sagt man yi ben shu. yi bedeutet wieder "eins" und shu bedeutet "Buch". ben ist das Zähleinheitswort für Bücher und ähnliche Objekte.

Im Deutschen könnte man zum Beispiel sagen, dass in dem Satz ein Stück Kuchen das Wort "Stück" ungefähr die Funktion eines Zähleinheitswortes annimmt. In dem Satz ein Blatt Papier wäre das Wort "Blatt" wohl so etwas wie das Zähleinheitswort.

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