Tibetbahn nach Lhasa

Die Tibetbahn ist die erste Eisenbahnstrecke nach Tibet, und verbindet die Stadt Xining in der Qinghai-Provinz mit Lhasa im Tibet. Um eine Eisenbahn-Verbindung in das höchste Gebirge der Welt zu bauen, wurden zahlreiche technische Weltrekorde aufgestellt. Lange Zeit galt der Bau einer Zugverbindung nach Lhasa gar als unmöglich.

Verlauf der Zugverbindung nach Tibet

Die Schienenverbindung der Tibetbahn startet offiziell in der Stadt Xining, die Hauptstadt der chinesischen Provinz Qinghai. Daher wird die Tibetbahn auf chinesisch Qingzang Huoche, also Qingzahng-Zugverbindung genannt. "Qing" ist die Abkürzung für die Provinz Qinghai, Zang ist die Abkürzung für das Autonome Gebiet Xizang, der chinesische Name für den Tibet.

Von Xining verlaufen die Schienen der Tibetbahn in Richtung der tibetischen Stadt Golmud und von dort aus durch die Berge des Himalaya bis nach Lhasa. Es gibt direkte Zugverbindungen nach Lhasa von der chinesischen Hauptstadt Peking, sowie von den chinesischen Großstädten Shanghai, Guangzhou, Chongqing and Chengdu. Die Züge fahren nach Lhasa über Lanzhou, die Hauptstadt der Provinz Gansu, sowie über Xining, die Hauptstadt von Qinghai.

Eine direkt Fahrt von Peking nach Lhasa dauert rund 50 Stunden.

Die höchste Bahnstrecke der Welt und weitere Rekorde

Seit ihrer Eröffnung am 1. Juli 2006 ist die Tibetbahn die höchstgelegene Eisenbahn-Verbindung der Welt. Ihren höchsten Punkt erreicht die Eisenbahn nach Lhasa bei der Überquerung eines 5072 Meter hohen Bergpasses. Durch die extremen Höhen besteht die Gefahr, dass einzelne Passagiere an der Höhenkrankheit erkranken. Daher führt die Tibetbahn eine eigene Sauerstoffversorgung mit, um der Kabinenluft im Zug zusätzlichen Sauerstoff hinzuzufügen.

Im Himalaya wurde die Tibetbahn teilweise auf Permafrostböden gebaut, also Erdböden, die dauerhaft gefrohren sind. Sollten diese Böden einmal durch Klimaveränderungen auftauen, wäre die Stabilität der Bahnschienen gefährdet und ein Teilstück der Bahnstrecke nach Lhasa müsste neu gebaut werden. Um Veränderungen im Permafrost frühzeitig zu erkennen und mit Gegenmaßnahmen begegnen zu können, wird der Erdboden ständig durch unzählige Sensoren überwacht.