Religion in China

Die Art und Weise wie in China Religion gelebt und erlebt wird, unterscheidet sich grundlegend von unserer westlichen Religiosität. Die westlichen Religionen sind of von einem Exklusivitätsanspruch geprägt, also von der Aussage geleitet, die einzig richtige Wahrheit zu kennen oder den einzig wirklichen Gott zu vertreten.

Die traditionellen Religionen Chinas

In China ist Religiosität weniger exklusiv und es ist nicht ungewöhnlich, wenn ein chinesischer Christ auch gelegentlich einen Buddhistischen Tempel besucht, teilweise nach taoistischen Maßstäben lebt, und die Ahnenverehrung pflegt. Außerdem existieren in China zahlreiche regionale Religionen und Götter, auch Schamanen und Naturreligionen.

Im Gegensatz zu viele anderen Religionen kennen traditionelle chinesische Religionen außerdem oft kein Konzept eines Gottes. Sie basieren dann eher in der Verehrung der Ahnen oder in philosophischen Ansätzen, wie dem Taoismus oder Konfuzianismus. Wo bei diesen Denkschulen Philosophie endet und wo Religion beginnt ist schwer zu sagen. Während der Konfuzianismus heute eher als eine philosophische Schule gilt, wird der Taoismus oft auch als Religion gewertet.

Anerkannte Religionen in China

In der Zeit des Mao-Regimes galt Religiosität offiziell als Rückständig und war vom Staat nicht gern gesehen. Staatliche Verfolgung aufgrund von Religion war nicht selten. Nach dem Tod Maos und der Öffnung des Landes hat sich staatliche Haltung im Bezug auf Religionen jedoch weitgehend entspannt.

Es gibt jedoch durchaus Fälle, in denen die Kommunistische Regierung in China heute auch noch Mitglieder religiöser Gruppen verfolgt, obwohl die chinesische Verfassung von 1978 religiöse Freiheit zusichert. So zum Beispiel im Falle der Falun-Gong-Sekte oder bestimmter christlicher Sekten. Die Zentralregierung geht immer dann gegen religiöse Gruppen vor, wenn sie befürchtet oder vermutet, dass diese zum Ziel haben, die ethablierte staatliche Ordnung zu gefährden oder umzustoßen.

Die fünf offiziell anerkannten Religionen in China sind heute der Buddhismus, der Taoismus, der Islam, das protestantische Christentum und das katholische Christentum.

Da religiöse Zugehörigkeit wenige Exklusiv ist als im Westen üblich, und es auch viele regionale Religionen und Kulte gibt, is es beinahe unmöglich zu sagen, wie groß die Mitgliederzahl dieser religiösen Gruppen in China wirklich ist. Der International Religious Freedom Report 2004 der US-Regierung versucht zwar eine solche Quantifizierung, nennt einige Prozentwerte und absoluten Zahlen. Eine solche Studie wird aber wohl immer ungenau bleiben, da die Grenzen zwischen den einzelnen Religionen in der Praxis oft eher fließend sind.

Die Rolle des Kaisers in der Religion

Der chinesische Kaiser galt im dynastischen China nicht als Gott oder Heiliger, wohl aber als Sohn oder Gesandter des Himmels. Hierauf basierten viele der Dynastien ihre Legitimität. Es war eine religiöse Pflicht, sich dem Sohn des Himmels zu unterwerfen.

Andererseits war es aber genauso die religiöse Pflicht des Volkes, den Kaiser zu stürzen, wenn dieser offensichtlich den Zuspruch des Himmels verloren hatte. Wenn der kaiserliche Hof in Korruption, Missgunst und Ungerechtigkeit versank, war es Aufgabe des Volkes den Hof zu entfernen und damit einen neuen dynastischen Zyklus zu beginnen.

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