Qing-Dynastie (1644 - 1911)

Nachdem das Volk der Mandschuren (auch Jurchen genannt), das seine Heimat nordöstlich von China hatte, in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts einen großen Zuwachs an Macht und Stärke erfahren hatte, griffen sie das durch die Ming-Dynastie regierte China im Jahre 1641 an. Es gelang den Mandschu, dutzende chinesische Städte zu erobern. Drei Jahre später stürtzen die Mandschu die Ming-Dynastie, und errichteten eine neue Dynastie: die Qing-Dynastie.

Die Qing-Dynastie etablierte ein Regime, dass die Han-Chinesen unterdrückte und eine Zwei-Klassen-Gesellschaft schuf. So ware es Angehörigen der chinesischen Han-Mehrheit untersagt, in die Mandschurei zu reisen. Auch Nord-Peking war ausschließlich für Mandschuren zugänglich. Alle Chinesen wurden bei Todesstrafe dazu gezwungen, den traditionellen mannlichen Haar-Zopf der Mandschuren zu tragen.

Zunächst war auch die Mischheirat zwischen Mandschuren und Chinesen verboten. Da jedoch vor allem viele einflussreiche mandschurische Männer dieses Verbot missachteten, wurde es nie wirklich durchgesetzt. Auch die Sperrung Nord-Pekings für Chinesen weichte zunehmend auf, so dass bereits 50 Jahre nach der Gründung der Qing-Dynastie auch in Nord-Peking bereits über 70% der Bevölkerung aus Han-Chinesen bestand. Nur wenige Jahre nach der Machtübernahme durch die Qing führten diese auch das alte chinesische Beamtensystem wieder ein.

Die Qing-Dynastie wurde durch die aggresiven europäischen Invasionen während des 19. Jahrhunderts entscheidend geschwächt. Vor allem der Opium-Schmuggel, den England in China betrieb, hatte verheerende Auswirkungen auf die öffentliche Moral. Auf den Versuch der Qing-Dynastie hin, den Opium-Handel und die damit verbundene Verelendung weiter chinesischer Bevölkerungteile zu unterbinden, kam es zu zwei Kriegen gegen die europäischen Drogenhandels-Mächte.

Beide Opium-Kriege endeten für die Qing-Dynastie in militärischen und politischen Niederlagen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist die Qing-Dynastie innerlich fast vollständig zerstört, während europäische Mächte überall in China Gebiete beanspruchten und regierten. Auch Japan nutzte die Schwäche der Qing aus, um seine Einflussgebiet auszuehnen.

Im Jahre 1911 wurde der letzte Qing-Kaiser durch Sun Yatsen gestürzt. Damit ging die Qing-Dynastie zu Ende. Die durch die europäischen Mächte erzwungene (und von diesen Abhängige) chinesische Republik endete nur wenige Jahre später in einem blutigen Bürgerkrieg mit weit über 1 Million Toten.

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