Ming-Dynastie (1368 - 1644)

Die Ming-Dynastie wurde 1368 durch den Rebellenführer ZHU Yuanzhang gegründet. Er hatte in den Jahren zuvor eine bewaffnete Revolte gegen die mongolischen Herrscher der Yuan-Dynastie angeführt, und war schon 1363 weitgehend siegreich daraus hervorgegangen. Erst 1368 jedoch gelang es dem Gründer der Ming-Dynastie, nach einer Schlacht um Peking, die mongolischen Herrscher endgültig aus China zu vertreiben.

Bereits seit Mitte der 1360er Jahre jedoch begann ZHU damit, eine eigene Verwaltung für China aufzubauen und eine eigene Währung herauszugeben. Nach seiner Machübernahme 1368 begann er, die wirtschaftliche und administrative Entwicklung des Landes voranzutreiben. ZHU legte während seiner Amtszeit die Grundlagen für ein Regierungssystem, dass viele Jahrhunderte bestand haben sollte. ZHU selbst jedoch wurde zunehmend paranoid, stütze sich immer mehr auf seine Geheimpolizei und ließ zahlreiche ehemalige Vertraute in Schauprozessen aburteilen.

Nach anfänglichen Erfolgen verfiel die Ming-Dynastie in den folgenden Jahrhunderten zunehmend innerlich. Intrigen und interne Kämpfe im Herrscherhaus der Ming führten zu einer zunehmenden Schwächung der zentralen Regierungsgewalt.

Im Jahre 1525 ließ der Ming-Kaiser Jiajing alle hochseetüchtigen chinesischen Schiffe zerstören, um den Schmuggel von Waren nach Japan zu unterbinden, das mit China im Konflikt lag. Daher gelang es den Portugiesen im Jahre 1557 Macao zu besetzen und dort eine langfristige Stellung zu befestigen.

Langfristig war die Einstellung der Überseeschifffahrt und der damit verbundenen Forschungsreisen wohl eine der Hauptursachen für den technologischen Abstieg Chinas in den vergangenen Jahrhunderten, da sich das Land damit von der Entwicklung in der übrigen Welt abschnitt.

Die Ming-Dynastie wurde 1644 durch Eroberer beendet, die aus der Mandschurei gegen China vorgingen. Die mandschurischen Eroberer gründeten in der Folge die Qing-Dynastie in China.

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