China: Behörden und Bürokratie

China ist, wie die meisten Länder mit zentralischen Regierungssystemen, ein recht bürokratisches Land. Dazu kommt, das des chinesischen Beamten liebstes Kind der Stempel ist. Den braucht man — oft mehrfach — auf allen und jedem Dokument; oft von verschiedenen Behörden und Abteilungen. Allerdings, "glücklicherweise" kennt man sich als Deutscher mit übertriebener Bürokratie ja bestens aus.

"Flexibilität" der Verwaltung in China

Die Unterschiede im Verwaltungssystem werden allerdings auf den zweiten Blick deutlich. Wo der deutsche Beamte gern stur auf dem Wortlaut der entsprechenden Verordnung oder Vorschrift besteht, wird der chinesische Beamte eventuell etwas flexibler reagieren — zum Beispiel als Folge monetärer Zuwendungen von Seiten des Antragstellers.

Derlei illegale Einflussnahmen in Entscheidungen der Verwaltung sind in Deutschland zwar auch üblich. Im Gegensatz zu China beginnt die Korruption in Deutschland aber normalerweise erst bei 5-stelligen Beträgen. In China kann man dagegen schon bei zweistelligen Euro-Beträgen "einsteigen".

Alltägliche Korruption

Vor allem im Straßenverkehr und zur Beschleunigung von Verwaltungsangelegenheiten oder Genemigungen (Stempel) ist dies eine durchaus gern angewandte Methode, um lästige Wartezeiten abzukürzen oder eine Angelegenheit zu eigenen Gunsten entscheiden zu lassen.

Allerdings sollte man sich auch nicht täuschen. Es geht bei solcherlei Zuwendungen nicht ausschließlich um das Geld. Auch die gegenseitige Sympatie und der respektvolle Umgang miteinander sind wichtig — vielleicht sogar wichtiger. Arrogantes oder überhebliches Verhalten wird auch mit einer Geldzahlung kaum wieder gut zu machen sein. Da gilt dann eher: Wie du mir, so ich dir.

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